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Unterschied zwischen Primer und Grundierung. Welche Auswirkungen hat das auf die Haltbarkeit einer Beschichtung?

Primer oder Grundierung? Hier erklären wir die Unterschiede und was man beachten muss.

Beide Begriffe werden oft für reine Haftvermittler und für Grundanstriche verwendet. 

Primer und Grundierungen erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Oft sind sie stofflich unterschiedlich und in der Anwendung nicht vergleichbar.

Die Haftung von Beschichtungen auf anderen Oberflächen ist die Folge zwischenmolekularer Wechselwirkungen, zwischen Oberfläche und Beschichtungsstoff.

Haftung hängt ab von

  • chemischen Eigenschaften
  • Beschaffenheit des Untergrundes
  • Zustand des Untergrundes. (Rauhtiefe, Glätte, Porosität)

Beispiel: die Haftzugfestigkeit eines EP-Harzes auf mattiertem Glas (sandgestrahlt) ist um den Faktor 5 besser als die einer Vergleichsprobe auf glatter Glasoberfläche.  

Primer verbessern die Haftung auf kritischen Untergründen. In vielen Fällen ist ein dauerhafter Verbund zwischen Beschichtung/ Klebstoff und Untergrund erst durch den richtigen Primer möglich.

Im Idealfall wirken sie als chemischer Kuppler und ermöglichen Bindungen mit enormer Festigkeit zwischen Untergrund und Beschichtung. Solche Primer sind aber meist keine Bindemittel im klassischen Sinn und bilden auch keine Filme!  

Im Idealfall beruht die Wirkung eines Primers/Haftvermittlers auf einer Zwitterfunktion, die eine Reaktionen mit dem Untergrund und dem Bindemittel der Beschichtungsstoffe ermöglicht. So ist es z B. mit einem epoxydfunktionellen Silan-Primer einfach möglich, die Haftung des EP-Harzes auf dem glatten Glas im oben genannten. Beispiel um mehr als den Faktor 10 zu steigern! 

  • Spezialprimer  A-867 für Beschichtungen aus PUR und EP Harzen.
  • Spezialprimer G-868 für Beschichtungen aus PMMA und EP Harzen.

Grundierungen, haben andere Aufgaben. Man nennt sie auch Einlassgrund, Tiefgrund und Basecoat. Grundierungen werden auf den Untergrund abgestimmt.

  • festigen und härten den Untergrund,
  • binden Feinststaub an der Oberfläche,
  • füllen Poren, sperren und isolieren Feuchtigkeit, Schadstoffe etc.

Grundierungen sind den Folgebeschichtungen sehr ähnlich. Sie sind ausreichend dünnflüssig und enthalten keine oder nur geringe Mengen Füllstoffe und Pigmente.  

Eine wichtige Funktion einer Grundbeschichtung ist der Porenverschluss. Eine ausreichende Füllung der Poren verhindert das entstehen der Pinholes oder Nadelstiche genannten Störungen in der Oberfläche einer Beschichtung. Diese entstehen durch aufgeplatzte Blasen aus Luft, die aus den Poren durch den frischen Film an die Oberfläche wandern.

Ohne Grundierung kommt es zu einem Filtereffekt, dabei wandert das Bindemittel der Beschichtung in den Untergund. Das Ergebnis sind Schäden in der Beschichtung. Diese treten auf, wenn

  • der Untergund viele Poren hat
  • der Untergrund stark saugt
  • kein Grundierung verwendet wird
  • die Grundierung zu dünn aufgetragen wird

An der Grenzfläche zwischen Beschichtung und Untergrund führt das zu einer Bindemittelverarmung der Beschichtung. Typische Folgeschäden sind Haftungsstörungen. Richtig formulierten Grundbechichtungen verhindern diese Schäden.

Unsere Epox Beschichtungssystem für Balkon, Laubengänge, Garagenböden, Lagerhallen und Industrieböden Silox EPW 857 ist in vielen Farben verfügbar und einfach in der Anwendung. Die Oberfläche ist pflegeleicht und abriebfest. Die passende Grundierung ist Silox EPW 856.

Laden Sie hier die vollständige Version unserer technischen Information als PDF. Unterschiede Zwischen Primer und Grundierung